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15.06.2016

Fachrunde mit Erwin Rüddel

Der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich lud am vergangenen Mittwoch zu einer Fachrunde mit CDU Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel zum Thema Pflegeberufegesetz in die Räume des Pflegeheims DAHEIM in Unterensingen ein.

Mit dem Gesetz, das im Januar 2016 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, sollen die Ausbildungsberufe der Kranken- und Altenpflege generalisiert und zusammengelegt werden. Ziel – so Hennrich – sei ein attraktiveres Berufsbild.

Gegen die Generalisierung gebe es insbesondere aus den Einrichtungen der Altenpflege erhebliche Bedenken. Auch der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel sieht Probleme in der Generalistik. So könne sich die Personalsituation laut Rüddel in der Altenpflege durch das Gesetz deutlich verschlechtern. Ebenso drohe ein Qualitätsverlust in der Ausbildung. Es müsse befürchtet werden, dass Ausbildungs- und Lehrinhalte in der Altenpflege massiv zugunsten der Krankenpflege gekürzt würden.

Nicht minder gravierend seien laut dem Gesundheitspolitiker die Probleme, die sich aus einer überzogenen Akademisierung der Ausbildung ergeben. Grundsätzlich würde die Generalistik in der Krankenpflege positiver bewertet als in der Altenpflege. Dies hänge auch damit zusammen, dass 70 Prozent der Auszubildenden in der Krankenpflege Abitur hätten, während es in der Altenpflege nur 30 Prozent seien. Laut Rüddel dürften junge Leute die Motivation nicht verlieren, auch mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss in diesen interessanten und anspruchsvollen Beruf einzusteigen.
Zudem bestünden – so der Gesundheitspolitiker - akute Zweifel, ob die Kinder-Krankenpflege überhaupt die notwendigen Plätze für generalistisch Ausgebildete bereitstellen könne. Die Auszubildenden müssten bekanntlich nicht nur in ambulanten und stationären Einrichtungen Praxisteile absolvieren, sondern auch in der Kinder-Krankenpflege und im allgemeinen Krankenhaus.

Nach den Ausführungen von Erwin Rüddel wurde das Thema in der Expertenrunde kontrovers diskutiert. És herrschte aber Einigkeit darüber, dass nicht vordergründig berufspolitische Aspekte eine Rolle spielen dürften, sondern die Qualität der Versorgung und dass den sich verändernden Bedürfnissen Rechnung getragen werden müsse. Dabei könne auch über eine Aktualisierung der Lehrinhalte nachgedacht werden: in einer älter werdenden Gesellschaft, in der es immer mehr multimorbide Pflegebedürftige gibt, benötigen auch Fachkräfte in der Altenpflege immer weitergehende krankenpflegerische Kompetenzen.

 

 

 
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