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17.09.2015

Hennrich im Dialog mit Krankenhausvertretern

Michael Hennrich im Dialog, im Vordergrund Dr. Jörg Sagasser, Medizinischer Direktor der Kreiskliniken Esslingen

Medizincontroller fordern Verbesserungen bei Prüfungen der Medizinischen Dienste

In der vergangenen Legislaturperiode standen mit dem AMNOG Verbesserungen im Arzneimittelbereich im Focus der Bundesregierung. Die Große Koalition hat in der laufenden Wahlperiode den Fokus auf die Pflege sowie den Krankenhausbereich gerichtet. In einem Treffen mit den Medizinkontrollern aus rund 15 Kliniken aus Baden-Württemberg und dem angrenzenden Bayern stellte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich, der Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages ist, der Diskussion. Dazu eingeladen hatten Dr. Jörg Sagasser, Medizinischer Direktor der Kreiskliniken Esslingen sowie Dr. Ernst Bühler, bei den Kreiskliniken für das Medizincontrolling verantwortlich.

Auch wenn seitens der Krankenhäuser betont wurde, dass die „Zitrone Krankenhaus“ schon weitestgehend ausgelutscht sei, machte Hennrich deutlich, dass er durchaus noch Potentiale sehe. Deutlich werde das beispielsweise, wenn man die Niederlande mit Nordrhein-Westfalen vergleiche. Beide Länder haben 17 Millionen Einwohner. Während in Nordrhein-Westfallen 370 Krankenhäuser vorgehalten werden, schaffen die Niederlande eine Versorgung mit 120 Kliniken. Es lohne sich also schon nach Doppelstrukturen zu schauen, auch wenn es regional große Unterschiede gebe, so Hennrich.

Durchaus überraschend standen bei dem Treffen im Krankenhaus Kirchheim aber weniger die Gesetzesvorhaben der Bundesregierung in der Schusslinie. Vielmehr konzentrierte sich die Kritik der Mediziner auf die Medizinischen Dienste der Krankenkassen. Hier wünschen sich die Medizincontroller neutralere Prüfungen und bessere Widerspruchsmöglichkeiten gegen die Prüfbescheide des MDK. Es könne nicht sein, dass der MDK Krankenhausabrechnungen noch nach vier Jahren prüfen könne, den Krankenhäusern aber nur der Gerichtsweg bliebe, um gegen die Prüfbescheide vorzugehen. Hier sahen Hennrich und die Krankenhausexperten vor allem die Sozialministerien der Länder in der Pflicht, ihre Aufsicht über die Medizinischen Dienste wahrzunehmen.

Streitpotential zwischen Kostenträger und Krankenhaus birgt auch immer wieder die Verweildauer der Patienten, berichteten die Krankenhausvertreter. Der Trend gehe dazu, dass seitens der Kostenträger zunehmend versucht werde, die abzurechnenden Aufenthaltstage nach unten zu korrigieren. Am Ende blieben die Kliniken so auf den Kosten sitzen und müssten den langwierigen und kostspieligen Weg über die Gerichte gehen. Hier versprach Hennrich auf der Basis konkreten Datenmaterials aktiv zu werden und auf die Krankenkassen zuzugehen. 

 
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