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26.02.2015

"Die Nachbarstädte werden systematisch ausgeblutet"

Landtagsabgeordneter Thaddäus Kunzmann kritisiert grünrote Landesregierung für ihre Metzinger Outletcity-Entscheidung

Die positive Entscheidung des Tübinger Regierungspräsidiums im Einvernehmen mit dem Landesverkehrsministeriums zur Erweiterung der Metzinger Outletcity stößt beim Landtagsabgeordneten Thaddäus Kunzmann auf massive Kritik: "Das ist ein weiterer Schritt, um den Einzelhandel in den umgebenden Städten systematisch auszubluten." In nunmehr 10 Jahren gelänge es der Outletcity in zwei Schritten, seine Verkaufsfläche von 22.000 auf nunmehr 40.000 qm zu vergrößern. In jedem Fall werde der Einzelhan-del z.B. in Nürtingen nur um rund 5 Prozent Umsatzverlust geschädigt. In Summe aller Erweiterungen sei jedoch ein Ausbluten insbesondere im Bekleidungsfachhandel zu be-obachten. Kunzmann: "Ich betrachte das als Salamitaktik in vermeintlich bekömmlichen Dosierungen, die in Summe für den Einzelhandel des Umlandes unverträglich sind."

Bereits am 16. Mai 2013 hat sich der Abgeordnete aufgrund der Metzinger Pläne an das dafür zuständige Verkehrsministerium gewandt mit der Bitte, auf die Gleichbehand-lung von Nachbarstädten, die jedoch verschiedenen Regionalverbänden angehören, zu achten. Gerade die Region Stuttgart verfolge den den Grundsatz "Innenentwicklung vor Außenentwicklung", was in der Konsequenz die Einzelhandelsentwicklung in Gewerbegebieten und auf der grünen Wiese verhindere. Es solle zudem keine Kannibalisierung des Einzelhandels in Nachbarstädten stattfinden können.


Die Region Neckar-Alb wiederum, dem die Stadt Metzingen angehöre, ignoriere solche Vorhaben konsequent. Somit sähe sich der Einzelhandel in Nürtingen einem ungleichen Wettbewerb ausgeliefert. Kunzmann betonte damals in seinem Schreiben, dass es Auf-gabe des Landes sei, hier auf eine Gleichbehandlung zu achten.


In ihrer damaligen Antwort vom 10. Juni 2013 dankte die Staatssekretärin Gisela Splett der Stadt Nürtingen ausdrücklich für ihre Einzelhandelsentscheidungen. Wörtlich ant-wortete sie: Es "entspricht dem Ziel der Landesregierung, die Attraktivität der Innen-städte, zu der gerade auch ein entsprechender Einzelhandel einen wesentlichen Beitrag leistet, auf Dauer zu erhalten und zu stärken." Eine Aussage, die mit der jetzt getroffe-nen Entscheidung ausgehebelt wird. Kunzmann: "Für das Lob kann sich der Einzelhan-del in Nürtingen nichts kaufen." Man dürfe nicht nur kluge Sprüche machen, sondern müsse diese in der Tat auch realisieren.


Zum Hintergrund:

Bereits ab 2007 erweiterte sich die Metzinger Outletcity von 22.000 auf 30.000 qm. Da-mals wurde der Umsatzverlust für Nürtingen mit 5 Prozent angegeben. Jetzt plant Met-zingen die Umsiedlung und Erweiterung des Hugo-Boss-Outlets um 8.000 qm sowie die Errichtung von fünf weiteren Fabrikverkaufsgeschäften auf dem Areal der insolventen Gaenslen & Völter um rund 2.700 qm. Im Gegenzug fallen 1.300 qm Verkaufsfläche fort. Damit wächst die Outletcity auf 39.000 qm und hat sich damit seit 2007 fast ver-doppelt. Der Umsatzverlust für Nürtingen wird mit 4,5 Prozent angegeben, der sich je-doch vor allem auf dem Bekleidungseinzelhandel konzentriert und in diesem Segment in Konsequenz zu einem weiteren Ausbluten führen wird.

 

 
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