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18.08.2015

„Kritik an der Gemeinschaftsschule hat sich bestätigt“

Kunzmann fordert Konsequenzen aus der Tübinger Gemeinschaftsschulkritik

„Ich bin dagegen, dass die Gemeinschaftsschule nach den erschreckenden Berichten zur Vorzeigeschule in Tübingen im Wahlkreis Nürtingen/Filder und im Land weiter vorangetrieben wird“, sagt der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann. Durch die Presse waren bislang geheim gehaltene Expertenberichte zur Tübinger Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule an die Öffentlichkeit gedrungen. Die darin enthaltenen Äußerungen von Lehrern, Eltern und Schülern sind massiv: Lernzeiten würden nicht effektiv genutzt und es werde zu wenig gearbeitet. Leistungsstarke Schüler würden nicht ausreichend berücksichtigt, schwächere Schüler könnten mit der Selbständigkeit nur bedingt umgehen. Lehrern fehle der Überblick über Lernfortschritte und sie klagen über Überforderung. 

Aus Sicht von Kunzmann muss das Konsequenzen haben. „Es wäre jetzt notwendig, keine neuen Anträge für Gemeinschaftsschulen mehr zu behandeln, bis endgültige Ergebnisse vorliegen. Die Werkrealschulen und Realschulen dürfen zudem nicht länger verunsichert und mit dem Versprechen größerer Ressourcenzuweisung zur fragwürdigen Gemeinschaftsschule gedrängt werden. Es darf zudem nicht länger die ideologisch geprägte Erfolgsvermutung für die Gemeinschaftsschule gelten“, so Kunzmann. „Wir brauchen einen offenen Umgang mit Kritik – an welcher Schulform auch immer. Unsere Kinder haben es verdient, dass wir uns um qualitativ hochwertige Schulangebote bemühen. Die Geheimhaltung  politisch unerwünschter Expertenberichte durch den Kultusminister passt nicht in ein ehemals so erfolgreiches Bildungsland wie Baden-Württemberg.“

Thaddäus Kunzmann unterstützt die Forderung der CDU-Landtagsfraktion (siehe nebenstehender 7-Punkte-Katalog). Nun müsse erst einmal innegehalten werden. Der Bericht aus der Tübinger Vorzeigeschule habe deutlich gemacht, was dabei herauskomme, wenn man eine neue Schulform völlig überhastet und lediglich von politischen Motiven getrieben einführe. 

 

Die Forderungen der CDU-Landtagsfraktion

Um bereits zum kommenden Schuljahr die Rahmenbedingungen für die Schülerinnen und Schüler zu verbessern, schlagen wir folgenden 7-Punkte-Katalog vor:

1. Die Bildung von leistungsdifferenzierten Klassen an der Gemeinschaftsschule zulassen.

2. Volle Konzentration auf Hauptschulabschluss und Mittlere Reife, da das gymnasiale Niveau nicht funktioniert.

3. Die Lehrkräfte sollen ab sofort wieder eine aktive Rolle einnehmen und mit unterschiedlichen Methoden unterrichten dürfen – und nicht mehr nur bloße Lernbegleiter sein.

4. An der Gemeinschaftsschule soll Leistungsorientierung gelten, wozu auch wieder Notengebung und die zweite Chance der Klassenwiederholung zählen.

5. Unverzüglicher Stopp des Realschulgesetzes, das die an der Gemeinschaftsschule gemachten Fehler jetzt 1:1 auf die Realschule übertragen würde.

6. Aussetzung der fünften Einrichtungsrunde von Gemeinschaftsschulen für das Schuljahr 2016/17.

7. Unverzüglicher Stopp der finanziellen Bevorzugung der Gemeinschaftsschulen gegenüber allen anderen Schularten.

 

 
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