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04.09.2014

„Die eigene Vorsorge muss mehr ins Bewusstsein“

Informationsveranstaltung mit Michael Hennrich zum Pflegestärkungsgesetz trifft auf große Resonanz

Der Kreisverband der FrauenUnion Esslingen hatte den CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Hennrich zum Thema Pflege eingeladen. Aus erster Hand wollten gut 40 Interessierte Bürgerinnen und Bürger sich über die Vorhaben der Bundesregierung informieren. Im Spannungsfeld zwischen zunehmenden Pflegebedarf und begrenzter Finanzierbarkeit wird der Ausgleich verschiedenster Interessen Dauerthema bleiben, das wurde bei der Veranstaltung schnell klar.

Einigkeit herrschte hingegen bei der Analyse, die Herausforderungen in der Pflege sind immens. „Die Angehörigen sind Deutschlands größter Pflegedienst“, umschrieb Cornelia Jathe, Vorsitzende der Frauen Union das Problem zunehmender Anforderungen aus Angehörigensicht.  „Ich pflege meine Eltern, finanziere das Studium meiner Kinder und soll noch selbst für meine Pflege vorsorgen“ umschrieb es eine andere Teilnehmerin. Aber auch Mitarbeiter und Leiter von Pflegeeinrichtungen beschrieben in der Diskussion ihre Sicht der Dinge: zu wenig Zeit, viel Bürokratie, zu wenig Personal und schlechte Verdienstmöglichkeiten lautete die Bestandsaufnahme.

Michael Hennrich stellte zunächst das geplante Pflegestärkungsgesetz vor. In zwei Abschnitten will die Große Koalition für Verbesserungen sorgen. Die erste Tranche soll im Herbst den Bundestag passieren und schon ab Anfang 2015 vor allem „möglichst schnell mehr Geld an die Pflegebetten bringen“. Das bedeutet unter anderem eine durchschnittlich vierprozentige Erhöhung der Leistungen und eine Veränderung des Betreuungsschlüssels in der stationären Pflege von 1:24 auf 1:20, so Hennrich

In einem zweiten Schritt geht es dann um die Neudefinition des Pflegebegriffs. Der bislang  verrichtungsorientierte Pflegebegriff werde insbesondere bei Demenzpatienten den tatsächlichen Bedürfnissen nicht gerecht, erklärte Hennrich.  Abhilfe soll geschaffen werden, indem der neue Pflegebegriff zunächst in Modellregionen erprobt und auf Praxistauglichkeit getestet wird. Mit dem dazugehörigen zweiten Teil des Pflegestärkungsgesetzes sei dann in 2016 zu rechnen, so Hennrich.

Rund ein Viertel Ihrer Zeit müssten Pflegekräfte für die Dokumentation ihrer Tätigkeit aufbringen, hat Michael Hennrich bei der Begleitung eines Pflegedienstes festgestellt. Die Ursachen dafür sieht er vor allem in der Umsetzung der Dokumentationspflicht durch die Selbstverwaltung. Zukünftig solle sich das jedoch ändern. Dann werde einmal am Anfang festgestellt werden, welchen Pflegeaufwand ein Patient benötigt. Später müssten dann nur noch Abweichungen von diesem Bedarf dokumentiert werden.

Um den Pflegekräftemangel wirksam zu begegnen, seien auch die Bundesländer gefordert, so Hennrich. So werde zum Beispiel in einigen Ländern an den Pflegeschulen noch Schulgeld verlangt. Auch die Ausbildung selbst müsse harmonisiert werden. Man müsse die Frage beantworten, ob man für die Alten-, Kranken und Kinderpflege eine generalisierte oder spezialisierte Ausbildung wolle. Auch bei den sprachlichen Anforderungen sei noch Klärungsbedarf.

Gute Pflege kennt nach oben keine Grenzen, so könnte das Fazit der Diskussionsrunde lauten. Dass Politik bei der Finanzierung an Grenzen stößt, machte Michael Hennrich deutlich. „Die Pflegeversicherung ist keine Vollkaskoversicherung.“ Neben den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sei immer auch private Vorsorge gefragt. Das müsse noch mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Die Veranstaltung der FrauenUnion war ein erster Schritt dazu, weitere sollen folgen.


Detaillierte Informationen um Thema:

www.bmg.bund.de/pflege/pflegestaerkungsgesetze/pflegestaerkungsgesetz-i.html

 
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