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13.06.2014

„Richtiger Schritt, um Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen“

Pflegeausbildung für Migrantinnen und Migranten an der Fritz-Ruoff-Schule Nürtingen

Ab dem kommenden Schuljahr 2014/2015 wird in Baden-Württemberg eine neue Ausbildung im Bereich der Altenpflegehilfe angeboten, die sich speziell an Migranten mit geringeren deutschen Sprachkenntnissen wendet. Damit sollen neue, zusätzliche Fachkräfte für die Pflege gewonnen werden. Neben dem Berufsabschluss "Staatlich anerkannter Altenpflegehelfer" steht der Erwerb der deutschen Sprache im Fokus der Ausbildung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann, Sprecher der CDU in der Landtags-Enquetekommission „Zukunft der Pflege“, begrüßt dieses Vorhaben.

„Ich freue mich, dass die Fritz-Ruoff-Schule Nürtingen eine sechs Schulen ist, an denen das Land im kommenden Schuljahr mit diesem speziellen Ausbildungszuschnitt einsteigt. Es ist ein richtiger Schritt, um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen.“ Der Bedarf an Pflegekräften sei unstrittig, so Kunzmann. So stieg der Anteil der über 60-Jährigen an der Bevölkerung zwischen 1960 und 2010 von 17,4 auf 26,3 Prozent. Bis 2060 rechnet das Statistischen Bundesamtes sogar mit 39,2 Prozent.

„Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt stetig und liegt in Baden-Württemberg noch mal höher als im übrigen Deutschland“, so Kunzmann. Darum sei hier dringender Handlungsbedarf. „Auch der Anteil älterer, pflegebedürftiger Migranten in Deutschland nimmt zu. Prognosen rechnen damit, dass die Gruppe der über 65-Jährigen mit Migrationshintergrund bis zum Jahr 2030 von aktuell 1,4 Mio. auf 2,8 Mio. ansteigen wird. Unsere Migranten sind also nicht nur ein großes Fachkräftepotential sondern auch eine bedeutende Bevölkerungsgruppe mit steigendem Pflegebedarf.“

Ab September 2014 können Frauen und Männer an der Fritz-Ruoff-Schule eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer beginnen. Voraussetzung sind Sprachkenntnisse der Niveaustufe A2. Diese Niveastufe beschreibt die Fähigkeit zu elementarer Sprachanwendung, also einfachste Kommunikation und Information über vertraute und geläufige Dinge des Alltags. Im Laufe der zweijährigen Ausbildung soll die Sprachkompetenz von Niveaustufe A2 auf B2 gesteigert werden, um nach bestandener Abschlussprüfung ausreichend Sprachkenntnisse für den Berufsalltag zu besitzen.

Weiterhin können die Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen der Ausbildung auf den Einbürgerungstest vorbereiten, wenn der Sprachtest am Ende des ersten Schuljahres auf B1-Niveau bestanden wird. Wer die zweijährige Ausbildung mit der staatlichen Anerkennung erfolgreich abschließt, kann im Anschluss in das zweite Jahr der Altenpflegeausbildung einsteigen und in weiteren zwei Jahren den Berufsabschluss "staatlich anerkannte Altenpflegerin" oder "staatlich anerkannter Altenpfleger" erwerben.

Interessentinnen und Interessenten können Ihre Bewerbung direkt an die Fritz-Ruoff-Schule in Nürtingen richten und müssen einen Ausbildungsvertrag mit einer Altenpflegeeinrichtung abschließen, der über die Gesamtdauer der zweijährigen Ausbildung geht. Während der Ausbildung erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Ausbildungsvergütung, die den Lebensunterhalt sichert. Je nach Aufenthaltsstatus ist eventuell eine Genehmigung der Ausländerbehörden notwendig, damit eine Ausbildung begonnen werden kann.

„Ich freue mich, dass in gemeinsamer Anstrengung von Land, den Altenpflegeschulen, dem Städtetag, dem Landkreistag, der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e. V., der Bundesagentur für Arbeit und dem Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Pflege gelungen ist“, so Thaddäus Kunzmann abschließend. „Weitere müssen folgen, denn die Sicherung der Pflege wird uns noch über Jahrzehnte beschäftigen.“

 
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