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21.10.2013

Thaddäus Kunzmann beim 4. Abgeordneten Dialog der Volksbank Plochingen

„Man braucht uns, man liebt uns aber nicht mehr“

 

Zum 4. Abgeordneten-Dialog der Bezirksvereinigung Esslingen trafen sich am 21. Oktober in der Volksbank Plochingen Vorstände von Genossenschaftsbanken mit Abgeordneten aus Bund und Land, um sich vor allem über das Thema Bankenregulierung auszutauschen. „Die Finanzmarktkrise hatte unglaubliche Dimensionen. Und es ist allen klar, dass eine Reaktion von Seiten der Gesetzgeber erfolgen muss. Aber ,Resteuropa‘ kennt unsere mittelständischen Bankenstrukturen beziehungsweise den Nutzen unserer drei Banksäulen in Deutschland nicht“, sagte einleitend Heinz Fohrer, Vorstandsmitglied der Volksbank Esslingen und Vorsitzender der Bezirksvereinigung der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Esslingen. Wenn aber nach dem „Single Rule Book“ eine Deutsche Bank mit einer Volksbank oder Raiffeisenbank „gleich“ behandelt werde, „dann ist dies für uns existenzbedrohend“, so Fohrer. Dass systemrelevante Banken anders reguliert werden müssen, „ergibt sich allein aus dem niedrigeren Risikogehalt unserer Banken!“, rief er den Mandatsträgern Michael Hennrich MdB, Markus Grübel MdB, Thaddäus Kunzmann MdL, Karl Zimmermann MdL (alle CDU) und Andreas Schwarz MdL (Grüne) zu. Die Positionen des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands zur Bankenregulierung erläuterte Gerhard Schorr. „Die EU-Kommission und noch viel mehr die EBA differenzieren zu wenig zwischen großen, grenzüberschreitend tätigen Instituten und kleinen bis mittleren, nur regional tätigen Instituten wie unsere Genossenschaftsbanken“, sagte der Verbanddirektor. Die Forderung laute: Eine stärkere Orientierung der Regulierung und der EBA an der Größe, dem Geschäftsmodell und dem Risiko von Kreditinstituten. Zum Spannungsfeld Wertpapiergeschäft und Verbraucherschutz führte Schorr aus, dass eine „maßvolle Regulierung und der Erhalt der provisionsbasierten Beratung als Grundlagen einer flächendeckenden Wertpapierberatung aller Bevölkerungsschichten“ der richtige Weg sei. Eine weitere Sorge treibe die Genossenschaftsbanken um, sagte Heinz Fohrer. Das Image der Banken liege am Boden, die gesamte Branche sei zum Schuldigen ernannt worden, völlig undifferenziert. „Innerhalb der Branche sind wir Genossenschaftsbanken mit den Sparkassen die weniger Schlimmen. Man braucht uns, aber man liebt uns nicht mehr“, stellte Heinz Fohrer fest. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase als Spätfolge der Geldpolitik mache den Genossenschaftsbanken zu schaffen. „Die Anleger fragen uns: Ist mein Geld noch sicher? Lohnt sich sparen überhaupt noch?“, erläuterte Fohrer.

Herzlichen Dank an die Volksbank Plochingen für die Bereitstellung des Fotos sowie des Artikels.

 
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